Als defensiver Mittelfeldspieler sticht Fabian Rieder beim FC Augsburg plötzlich heraus – und geht voran.
Schweizer Neuzugang blüht als Sechser auf
Vielleicht hat es diese kurze Schwächephase vor wenigen Wochen sogar gebraucht, um die Sinne beim FC Augsburg wieder zu schärfen. Nach dem überraschenden 2:1-Sieg in Leverkusen am Wochenende herrscht spätestens Klarheit, der FCA wird auch in dieser Saison wie immer in der Bundesliga bleiben.
Fabian Rieder hat am Aufschwung der vergangenen Wochen keinen geringen Anteil. Beim 1:1 in Hamburg war der Schweizer Offensivspieler erstmals als defensiver Mittelfeldspieler aufgelaufen, überzeugte als bissiger Zweikämpfer gegen den Ball und Taktgeber im Spiel nach vorne. Und bestätigte seine Leistung auch in der Vorwoche gegen die TSG Hoffenheim (2:2).
„Ich fühle mich richtig, richtig wohl“, hatte er an jenem Freitagabend auf Nachfrage bestätigt und erklärt: „Ich glaube, es taugt mir in diesem System ziemlich gut. Ich kann viele Impulse setzen, vor allem im Umschaltspiel, oder dann auch mal einen guten Pass spielen und im Zweikampf giftig sein.“
„Es macht unglaublich Spaß die letzten Wochen.“ (Fabian Rieder)
In Leverkusen setzte der baldige WM-Fahrer seinem persönlichen Aufschwung die Krone auf. „Sehr speziell“ fand er seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga. „Vor allem gegen so einen guten Gegner. Ich fand, wir haben uns das verdient. Ich habe auch neben den Toren, glaube ich, ein gutes Spiel gemacht, viele Zweikämpfe gewonnen, gute Pässe gespielt. Das sind meine Ansprüche an mich selbst, so will ich eigentlich jedes Spiel spielen. Daran gilt es aufzubauen und weiterzuarbeiten.“
Im Gegensatz zu vielen seiner Mannschaftskameraden ist Rieder kein reiner Zweikämpfer; keiner, der nur auf die Ballgewinnung aus ist. Der sieben Millionen Euro teure Neuzugang denkt offensiver, denkt auch an die nächste Aktion, an den Weg zum Tor.
„Es macht unglaublich Spaß die letzten Wochen“, sagt er und zeigt es, aus dem Strahlen kommt Rieder zuletzt kaum noch heraus. „Die Resultate waren nicht immer top, aber ich glaube, in Hamburg und gegen Hoffenheim haben wir schon gute Leistungen gezeigt. Jetzt konnten wir uns endlich mit einem Sieg belohnen.“
Er selbst hat sich seinen Platz im Team zementiert, allerdings nicht dort, wo er im Sommer eingeplant war. Die Idee, den Linksfuß Rieder als Sechser aufzubieten, schwirrte Trainer Manuel Baum nach eigener Aussage schon vor Wochen im Kopf – ein Schachzug, der voll aufging.

